Neptun im Widder - ab 26.01.2026

Neptun im Widder - ab 26.01.2026


Am 26.01. verlässt Neptun nach rund 14 Jahren die Fische und betritt endgültig den feurigen Widder. 


Neptun war bereits im vergangenen Jahr für etwa 7 Monate in den Widder gewandert, dann aber im Oktober 2025 in sein Heimatzeichen zurückgekehrt, um die dort insbesondere im vergangenen Jahrzehnt angeregten Themen abzuschließen und damit auch einen Zyklus zu beenden. Die Fische sind nämlich das letzte Zeichen des Tierkreises, sie markieren aus einer zyklischen Sicht ein Ende und gleichzeitig auch die Vorbereitung für einen neuen Anfang. Dies kann anhand des Übergangs vom Winter zum Frühling, der in der nördlichen Hemisphäre in die Fische-Zeit fällt, sehr gut veranschaulicht werden: In den Fischen löst sich Altes auf und wird bereinigt, der Schnee schmilzt und lässt uns erahnen, wo die Lebenskraft zurückkehren kann und uns von der Fülle der Natur träumen. Nach den kargen Wintermonaten wird die Sonne bereits stärker und die Tage werden länger, sie nähren das Vertrauen in das schöpferische Leben und verheißen die Erlösung nach der Kälte. Es bilden sich Samen, die dann im Widder – als Startpunkt und Durchbruch des Neuen – keimen und in die Sichtbarkeit drängen.

Mit Neptun in den Fischen wurde der Fokus stark auf Auflösungstendenzen in Bezug auf Strukturen, Idealen und Vorstellungen und gleichzeitig auch auf die Suche nach höheren Erkenntnissen sowie den Alltag übersteigende Fragestellungen, wie etwa spirituelle Themen, gelegt. Gerade letztere haben einen regelrechten Hype erlebt, außerdem wurden Klimafragen präsenter und auch Fragen der Identität und Auflösung von Definitionsgrenzen (Geschlecht, Nationale Identität etc.) sind zunehmend in das gesellschaftliche Bewusstsein gerückt.





Mit Neptun im Widder verschiebt sich nun bis 2039 die Hintergrundschwingung, die uns als Kollektiv und auch auf der persönlichen Ebene begleitet, und zwar deutlich spür- und auch sichtbar. Nach einer intensiven Phase der Konzentration auf das Innen, wird ein verstärkter Drang nach Außen aktiviert. Die Idee soll zur Tat werden, auf Vision folgt Aktion, aus der Idee entsteht der Wille und der Mut, diese durchzusetzen. Der Übergang Neptuns in den Widder markiert auch den Beginn eines neuen Ideen- und Visionenzyklus. Das, was uns bislang als unerschütterliche Wahrheit erschien, wird abgelöst durch neue Leitideen, Realitäten lösen sich auf und neue werden geschaffen, Ideale verschwinden, andere setzen sich durch. Damit wird auch der Boden für Sehnsüchte und Träume – die schnell in Illusionen und Verblendungen münden können – bereitet. Gleichzeitig können große theoretische und praktische Entwürfe bezüglich einer Neuordnung von Welt geboren werden. Geht es um das Recht des Stärkeren oder soll es etwa darum gehen, eine sozialere Welt zu schaffen, die auf Verbundenheit, Mitgefühl mit Opfern und Hingabe setzt? Antworten auf diese und andere Fragen werden sich bis zum Ende des dritten Jahrzehnts in diesem noch jungen Jahrtausend erst nach und nach umreißen lassen.

Zu erwarten ist, dass gerade die nächsten Jahre chaotisch werden, zumal sich Neptun erst im Widder zurechtfinden wird und wir uns darauf einschwingen müssen. Die Verbindung von feuriger-Energie mit großer Visionskraft kann sich daher vermutlich noch nicht so schnell in konstruktiven Bahnen kanalisieren. Womöglich erleben wir auch einen bislang kaum vorstellbaren Aufbruch-Rausch, eine regelrechte Flut nach Vorne und damit auch ein radikales Hinter-sich-Lassen von eigentlich bewährten Prinzipien, die uns Stabilität und auch Sicherheit schenken. Dabei wird es jedoch – sowohl auf der persönlichen Ebene als auch kollektiv – besonders wichtig sein, sich bewusst um Erdung zu bemühen und Bewährtes und Geschätztes auch zu pflegen. Samen können schließlich nur auf fruchtbaren Boden gedeihen – verbrannte, in ihren Strukturen zerstörte Erde führt zu Erosion.



Der gesunde Menschenverstand, den auch die Philosophin Hannah Arendt in ihrer Arbeit so stark als „Hausverstand“ hervorgestrichen hat, wird mit Neptun im Widder umso wichtiger. Er umfasst die Fähigkeit, sich zu orientieren, ohne sich von Ideologien oder Propaganda von den offensichtlichen Tatsachen verblenden zu lassen. Es gibt immerhin einen gemeinsamen Weltbezug, den wir Menschen teilen. Wir leben auf dieser einen Erde und haben – im Grunde – dieselben Grundbedürfnisse. Es gilt, verschiedene Standpunkte mitzudenken, sich in andere hineinzuversetzen und so ein „erweitertes Denken“ – und in der Folge auch Handeln – zu entwickeln, das nicht im eigenen Kopf eingeschlossen und an der eigenen Perspektive haften bleibt. Weltweit, und gerade auch in Systemen, die die Demokratie- und Freiheits-Fahne stets für sich hochhalten, wird dieser gesunde Menschenverstand aktuell systematisch zu zerstören versucht. Die Gefahr, dass Gewissen, Verantwortung und auch die Prinzipien der Hoffnung und des Vertrauens versagen, die auch zu schrecklichen Taten führen können, ist dabei sehr groß.

Neptun im Widder kann wichtige und inspirierende Impulse anzeigen, spirituellen und auch sozialen Aktivismus fördern und er kann das Handeln im Dienst höherer Ideale und des Großen Ganzen signalisieren. Gleichzeitig kann Neptun im Widder auch auf eine gewisse Ziellosigkeit oder das Verdecken von tatsächlichen Motiven hindeuten, im schlimmsten Falle kann er auch ein Kippen in Kriegs-, Gewalt- und Eroberungstendenzen verstärken, Glaubenskriege triggern oder einen regelrechten Blut-Rausch anzeigen. Mit Neptun im Widder wird es in den nächsten Jahren jedenfalls darum gehen zu ergründen, welche Visionen uns wirklich antreiben, was wir tatsächlich wollen und welche Richtung wir persönlich aber insbesondere auch als Menschheitsfamilie einschlagen möchten.

Wegweisend war der letzte Übergang Neptuns in den Widder 1861 jedenfalls insbesondere für die USA, wo er den Beginn des Sezessionskrieges markierte. Die USA weisen in ihrem Gründungshoroskop den IC ganz am Beginn des Widders auf, hier kommt Neptun nun auch nach seinem Zeichenwechsel zum Stehen. Das 4. Haus wird mundanastrologisch mit dem eigenen „Zuhause“, den inneren Fundamenten assoziert, die eine Nation ausmachen: Das Volk als Basis und seine Identität, das Territorium oder etwa die wirtschaftlichen Grundlagen. Neptun kann hier diesbezügliche Verblendungen und Illusionen anzeigen und den amerikanischen Traum (Neptun!) als identitätsstiftendes Moment verstärken – oder aber auch das Auflösen von Grenzen oder gar einer gemeinsamen Basis bis hin zur Auflösung an sich anzeigen. Bereits jetzt ist das Land zutiefst gespalten und das wird sich voraussichtlich auch so schnell nicht ändern.

Wenn Langsamläufer ihre Zeichen wechseln, sind gerade die Anfangs- und Endphasen dieser Übergänge entscheidend. Dies wird in diesem Fall nochmals um ein Vielfaches potenziert, da nach dem Übergang Neptuns in den Widder auch Saturn seinem Beispiel folgen wird. Saturn betritt am 14.02. den Widder und wird dort eine epochale Liaison mit Neptun eingehen. Die Saturn-Neptun-Konjunktion im Widder wird am 20.02. exakt und bis Ende März sehr deutlich spürbar sein und dann das ganze Jahr über im Hintergrund rauschen. Mit Saturn und Neptun vereinen sich zwei eigentlich sehr gegensätzliche Prinzipien – Auflösung vs. Formgebung, Verfeinerung vs. Verdichtung, Vision vs. Realität, Vertrauen vs. Verantwortung, Intuition vs. Regeln oder etwa Mitgefühl vs. Disziplin. Diese Konstellation kann für empfindliche Reality-Checks sorgen, die auch verunsichern können. Gleichzeitig kann sie aber auch den erforderlichen fokussierten Energieschub anzeigen, den es braucht, um Vorstellungen umzusetzen. Neptun und Saturn treffen nur rund alle 36 Jahre in der Konjunktion aufeinander, im Widder umso seltener, tatsächlich war das im Jahre 1703 der Fall. Damals schwelten in Europa diverse Kriege, so etwa der Spanische Erbfolgekrieg oder der große Nordische Krieg. Auch heute ist das Weltgefüge fragil und wir erleben aktuell eine Neuausrichtung der Weltordnung, wobei wir noch nicht wirklich erahnen können, worin diese münden wird. Zur Saturn-Neptun-Konjunktion wird noch Einiges zu lesen sein und ich werde einen entsprechenden Beitrag dazu vorbereiten.




Neptun war im letzten Jahr bereits für rund ein halbes Jahr im Widder – was hat sich zwischen März/April und Oktober/November – vielleicht ganz leise, im Hintergrund – gezeigt? Im Rückblick kannst Du wertvolle Hinweise dazu bekommen, welche Themen mit Neptun im Widder in Deinem Leben bearbeitet werden möchten. Vielleicht hattest Du das Gefühl, dass sich Träume und Visionen verschieben oder dass sich neue Perspektiven eröffnen, die Du vorher noch gar nicht in Betracht gezogen hast. Ein Blick in Dein Geburtshoroskop zeigt Dir, welche Lebensbereiche von Neptun im Widder berührt werden. 

Wenn es im Außen chaotisch und unberechenbar wird ist es besonders wichtig sein, dass Du Dich im Inneren möglichst sicher und stabil aufstellst. Neptun eröffnet Dir im Widder die Möglichkeit, über Deinen Tellerrand hinauszublicken und schenkt Dir den Mut, Deiner Intuition zu folgen, auch wenn Du das Gefühl haben solltest, dass Du nicht recht weißt, wo es wirklich langgehen soll. Wenn Neptun in den Widder wandert, können sich nämlich so manche Nebel auflösen… das kann auch sehr befreiend und höchst inspirierend wirken. Nutze diese besondere Energie, um dir neue Ziele zu setzen und erlaube es Dir, an der Realisierung von Träumen und Visionen zu arbeiten. Achte auch gleichzeitig darauf, wo Du alte Alltagsstrukturen auflösen und dafür neue einüben und aufbauen kannst.

WAS WILLST DU WIRKLICH? DREAM BIG... aber um welchen Preis? Verliere nicht den gesunden Menschenverstand und den Boden unter den Füßen.

Alles Liebe, 
Deine Simi
 

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